Finanzen, Geldanlage

Das Festgeldkonto als klassische Investitionsanlage

Das Festgeldkonto gehört seit vielen Jahren zu den klassischen Investitionsanlagen. Dabei handelt es sich im Prinzip um Termingeld. Das heißt, wer sein frei verfügbares Kapital für eine kurze oder mittelfristige Laufzeit auf ein Festgeldkonto legt, erhält dafür Zinsen. Die Höhe der Zinsen berechnet sich nach dem jeweiligen Zinsniveau, welches sich zur Zeit, aufgrund der Banken – und Finanzkrise, auf einem Rekordtief befindet. Daher stellt sich die Frage, ob das Festgeld bei sinkenden Renditen und anhaltendem Niedrigzinsniveau für Privatanleger noch attraktiv ist.

Welche Faktoren beeinflussen die Festgeldzinsen ?

Beim Festgeld bilden die Zinsen die Rendite. Für die Zinsentwicklung spielt der nationale und internationale Geldmarkt eine wichtige Rolle. Insbesondere der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt hat großen Einfluss auf das Zinsniveau. Bei den Festgeldzinsen sind vor allem zwei Faktoren von entscheidender Bedeutung:

  • die Höhe der finanziellen Einlage
  • die Dauer der vereinbarten Laufzeit

Einige Banken bieten nur dann ein Festgeldkonto an, wenn ein bestimmter Mindestanlagebetrag eingezahlt wird. Andere Geldinstitute begrenzen das Festgeld auf eine bestimmte Anlagesumme oder zahlen für Geldbeträge, die das gesetzte Limit der Bank übersteigen keine Zinsen. Bei der Wahl der passenden Bank kann ein Vergleichsportal im Internet gute Dienste leisten.

Wie wichtig ist die Laufzeit ?

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Je länger Sie Sich an die Bank binden, um so höher fallen in der Regel die Zinsen aus. In Deutschland haben die meisten Festgeldkonten eine Laufzeit von fünf Jahren und mehr. Sollte der Unterschied zwischen einer langen und kurzen Laufzeit nur ein oder zwei Prozentpunkte ausmachen, ist es ratsamer eine Laufzeit von zwei Jahren oder weniger zu vereinbaren. Dadurch besteht die Möglichkeit später ein besser verzinstes Festgeld zu bekommen.

Wenn Sie Ihr Geld auf ein Festgeldkonto legen wollen, steht es ihnen für die vereinbarte Laufzeit nicht mehr zur freien Verfügung. Sollten sie das Festgeld vor Fristende benötigen, ist das in der Regel mit einem erheblichen Zinsverlust verbunden. Hier könnte ein sogenanntes Tagesgeldkonto die bessere Alternative sein, bei dem das Geld jeder Zeit auf Abruf zur Verfügung steht.

Wie sicher ist das Festgeld bei der bestehenden Bankenkrise?

Manchmal werden im Ausland mehr Zinsen fürs Festgeld gezahlt als in Deutschland. Aber wie sicher ist eine solches Festgeldkonto bei einer ausländischen Bank? Seit einigen Jahren gibt es für Bankinstitute der Europäischen Union eine gesetzliche Einlagensicherung bis zu einer Summe von 100.000 Euro je Kunde und Bank. Somit ist das Festgeld zumindest in Europa gesichert.

Kündigung des Festgeldkontos

Wenn Sie Ihr Festgeld vorzeitig kündigen wollen, ist das an bestimmte gesetzliche Bestimmungen gebunden und kann einen erheblichen Zinsverlust zur Folge haben. Auch ein Verlust der bisherigen Zinszahlung ist nicht ausgeschlossen. Zudem berechnen einige Banken bei einer vorzeitigen Kündigung Verwaltungskosten und Stornogebühren. Eine Ausnahme ist die Kündigung aus „wichtigem Grund“ nach § 314 BGB. Dazu zählen unter anderem die drohende Insolvenz der Bank und die Beantragung von Hartz IV durch den Privatanleger. Liegt ein wichtiger Grund im Sinne des Gesetzes vor, kann das Festgeld ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Die Bank ist dann verpflichtet, das bisher eingezahlte Geld komplett auszuzahlen.