Finanzen, Geldanlage

Lebensversicherung: Trotz geringer Rendite eine lohnende Investition?

Jeder möchte im Alter ein geruhsames und möglichst sorgenfreies Leben führen. Wenn Sie Ihre Altersvorsorge durch eine Lebensversicherung (LV) sicherstellen wollen, sollten Sie darauf achten, dass es sich dabei um die bestmögliche Versicherung für Sie und Ihre Familie handelt.

In Deutschland gehört die Lebensversicherung nach wie vor zu einer der beliebtesten Formen der Altersvorsorge. Dabei werden drei Arten von Versicherungen unterschieden:

  • kapitalbildende Lebensversicherungen
  • Fondsgebundene Lebensversicherungen
  • Risikolebensversicherungen

Die kapitalbildende Lebensversicherung

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Bei der kapitalbildenden LV handelt es sich um eine Mischung aus Versicherung und Geldinvestment. Hier zahlen Sie als Versicherungsnehmer für die vertraglich vereinbarte Laufzeit monatlich oder jährlich einen bestimmten Beitrag an den Versicherungsgeber. Mit den Beitragen , abzüglich der Verwaltungskosten und den Kosten für den Risikoschutz, arbeitet der Versicherer und investiert diese in andere Anlageformen. Dabei kann es sich unter anderem um Anleihen, Aktien oder auch Immobilien handeln. Früher gab es dafür einen Garantiezins von drei bis fünf Prozent. Aktuell liegt der Garantiezins nur noch bei etwa 1,25 Prozent. Daher kann sich jeder glücklich schätzen, der einen alten Vertrag besitzt. Seit 2013 bieten immer mehr Versicherungsunternehmen nur noch eine Kapital-Lebensversicherung ohne Garantiebindung an. Das bedeutet, Sie erfahren ihre tatsächliche Rendite erst nach Ablauf des Vertrages. Insofern erwerben Sie bei einer Lebensversicherung ohne Zinsgarantie sprichwörtlich die Katze im Sack. Am Ende der vertraglichen Laufzeit wird die Versicherungssumme zuzüglich der sogenannten Überschussbeteiligung entweder in einer einmaligen Zahlung oder in der Form einer monatlichen Rente ausgezahlt. Bei der Überschussbeteiligung handelt es sich um die Summe, die der Versicherungsgeber mit den Beiträgen erwirtschaftet hat. Jedes Jahr ermittelt die Versicherungsgesellschaft den Überschuss und schreibt ihn dem Versicherungsnehmer gut.

Die fondsgebundene Lebensversicherung

Im Prinzip ist die fondsgebundene Lebensversicherung der reinen Kapitallebensversicherung sehr ähnlich. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Ihre Beiträge in Fonds investiert werden, die an der Börse gehandelt werden. Daher unterliegen die Investments ständigen Schwankungen. Es ist sogar möglich, dass die Versicherungsgesellschaft mit den Beitragen ihrer Kunden Schiffbruch erleidet. Allerdings können Sie in diesem Fall gemäß einem Kölner Gerichtsurteil ((AZ: 20 U 100/10) nicht die Rechte geltend machen, die Sie bei einer reiner Fondsvermittlung hätten, da Sie mit der Lebensversicherung den größten Teil der Anlageverantwortung auf die Versicherungsgesellschaft übertragen.

Die Risikolebensversicherung eine günstige Kompromisslösung

Bei der Risikolebensversicherung wird die Versicherungssumme nicht nach Ablauf einer bestimmten Frist, sondern erst nach dem Todesfall ausgezahlt. In der Regel sollen mit dieser Versicherung die Hinterbliebenen vor den hohen Bestattungskosten geschützt beziehungsweise die Familie, zumindest für einen gewissen Zeitraum, finanziell abgesichert werden. Zudem kann eine Risikolebensversicherung auch zur Absicherung eines Baudarlehns genutzt werden. Eine Sparleistung gibt es bei dieser Art der Lebensversicherung nicht. Da die Risikolebensversicherung nur das Sterberisiko abdeckt, sind die Versicherungsbeiträge entsprechend günstig. Dabei richtet sich die Höhe der Beiträge nach der gewünschten Versicherungssumme. die im Todesfall an die Bezugsberechtigten ausgezahlt werden soll.

Fazit: Wie sicher sind Lebensversicherungen?

Lebensversicherungen gelten allgemein als sehr sichere Investition, zumal alle Versicherungsgesellschaften mit Sitz in Deutschland durch einen gesetzlichen Sicherungsfonds geschützt sind. Als langfristige Alternative zum Vermögensaufbau ist eine Lebensversicherung durchaus geeignet. Allerdings ist die Rendite zur Zeit ziemlich niedrig.