Altersvorsorge

Riesterrente für wen lohnt sie sich wirklich?

Laut den Angaben des Bundesministerium für Arbeit und Soziales haben bis heute 16 Millionen Bürger einen Riester-Vertrag unterzeichnet. Dennoch gibt es noch viele Verbraucher, die der Riesterrente skeptisch gegenüberstehen, da das System dieser staatlich unterstützten Altersvorsorge zum Teil recht komplex ist. Dabei kann sich das Riestern durchaus lohnen.

Riesterrente soll Rentensenkung ausgleichen

Die Bundesregierung hat im Jahr 2001 mit der Verabschiedung der Rentenreform die Höhe der Rente erheblich reduziert. Um einen finanziellen Ausgleich zu schaffen, wurde zeitgleich die sogenannte Riesterrente eingeführt. Mit dieser privaten Zusatzversorgung kann jeder, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist , mit staatlicher Unterstützung fürs Alter vorsorgen. Das Gleiche gilt unter anderem auch für Beamte und andere Berufsgruppen wie Selbständige und Auszubildende . Selbst wenn Sie nicht erwerbstätig sind, können diese über den Ehepartner die Riesterrente beantragen.

Wie hoch ist die staatliche Zulage?

Die Vorsorgepläne zur Rente werden vom Staat bezuschusst. Die Unterstützung erfolgt entweder durch Zulagen beziehungsweise es werden Steuervorteile gewährt. Die Höhe der staatlichen Zulage richtet sich nach den jeweiligen Beträgen, die im Jahr eingezahlt werden. Beträgt die Einzahlung vier Prozent des Bruttojahreseinkommens, besteht ein Anspruch auf die volle Zulage. Allerdings ist die Einzahlung auf 2.100 Euro begrenzt. Das Minimum liegt bei 60 Euro. Zahlen Sie nicht die volle Einsatzhöhe, senkt sich die Zulage entsprechend.

Die mögliche Grundförderung liegt zur Zeit bei 154 Euro pro Person. Zudem gibt es eine Kinderzulage. So wird für jedes Kind, dass vor 2007 geboren wurde 185 Euro gezahlt. Kinder, die danach geboren wurden, werden mit einem Betrag von 300 Euro bezuschusst. Das Geld wird den eingezahlten Beträgen aus dem Riester-Vertrag hinzugefügt. Zuschussberechtigt ist derjenige Elternteil, der das Kindergeld erhält. Somit rechnet sich der Riester-Zuschlag insbesondere für kinderreiche Familien, während Alleinstehende eher von den Steuervorteilen profitieren, vor allem wenn sie mehr als 40.000 Euro jährlich verdienen.

Formen der Riesterrente

Zwar eignet sich die Riesterrente aufgrund der staatlichen Förderung für fast jeden, allerdings ist es nicht immer leicht den passenden Riester-Vertrag zu finden. Für die Wahl der richtigen Riester-Sparform ist es wichtig, dass Sie ihre Zukunftspläne in Ihre Überlegungen miteinbeziehen. Planen Sie zum Beispiel später die Immobilie zu erwerben, in der Sie wohnen, so würde entweder Bausparen oder ein Riester bezogenes Baudarlehn beziehungsweise ein Banksparplan in Betracht kommen.

Wer etwas risikobereiter ist und Interesse an Investmentfonds hat, ist sicherlich mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung oder einem Fondssparplan gut bedient. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit der klassischen Rentenversicherung.

Wann wird die Rente gezahlt?

Der früheste Zeitpunkt für die erste Auszahlung der Rente liegt bei 60 Jahren, es sei denn es handelt sich um einen Fall der Frührente. Zu beginn er Rente dürfen nur etwa 30 Prozent des angesammelten Kapitals entnommen werden. Die Auszahlung der Restsumme erfolgt dann in regelmäßigen monatlichen Zahlungen. Eine Rente, die aus einer Rentenversicherung stammt, wird bis ans Lebensende gezahlt. Hingegen kann bei Fondsvermögen beziehungsweise Banksparplänen auch ein direkter Auszahlungsplan vereinbart werden.

Doch Achtung: Bei der Riester-Rente wird eine sogenannte Nachbesteuerung durchgeführt. Das bedeutet, sowohl die Zulagen als auch die eigenen Einzahlungen sind ein zu versteuernder Teil der Einkommenssteuer.