Finanzen, Geldanlage

Sind Tagesgeldkonten eine vom Aussterben bedrohte Geldanlage?

In Deutschland haben viele Privatanleger, aufgrund der Banken-und Finanzkrise, das Tagesgeldkonto als Geldanlage gewählt. Bisher war das auch eine sichere und zudem flexible Investition. Doch wer sich das aktuelle Zinsniveau der Tagesgeldkonten betrachtet, könnte mittlerweile Zweifel haben. Lohnt sich unter den gegeben Umständen ein Tagesgeldkonto überhaupt noch?

Wie funktioniert die Geldanlage Tagesgeldkonto ?

Beim Festgeld muss das Geld für einen bestimmten Zeitraum unangetastet auf dem Konto liegen. Kündigen Sie das Festgeldkonto vor Ablauf der Frist, weil Sie das Geld benötigen, ist das mit einem beträchtlichen Zinsverlust verbunden. Unter Umständen fallen sogar Gebühren an. Anders verhält es sich beim Tagesgeldkonto, bei dem Sie täglich über Ihr Geld verfügen können. Jedoch fällt hier die Rendite, aufgrund niedriger Zinsen geringer aus als beim Festgeld.

Die jeweiligen Zinsen werden taggenau analysiert, berechnet und in bestimmten Zeitabständen, in der Regel quartalsweise oder jährlich, gutgeschrieben. Die Zinssätze sind variabel, wobei die Zinsentwicklung vom Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) abhängig ist. an dem sich Ihre Tagesgeld- Bank orientieren sollte. Daher ist es wichtig, die Entwicklung der Zinsen im Auge zu behalten.

Chaos beim Tagesgeldkonto

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Zur Zeit kann sich der Vergleich vom Tagesgeld recht aufregend gestalten. Allein in den letzten Monaten haben Direktbanken die Zinssätze teilweise drastisch gesenkt. So hat die Ing Diba ihre Zinsen von 1,5 Prozent auf 1,0 Prozent reduziert. Ebenso haben Cortal Consor ( 1,2 Prozent) und Santander Direkt (0,9 Prozent ) die Zinsen gesenkt. Trotzdem liegen sie immer noch höher als bei einigen Filialbanken, die zwischen 0,4 bis 0,1 Prozent bieten. Finanzexperten haben berechnet, dass der Tagesgeld-Satz aktuell bei etwa 0,67 Prozent liegt. Demnach würden Sie für eine Investition von 1.000 Euro innerhalb eines Jahres rund einen Euro Zinsen verdienen.

Entsprechend der Inflationsrate müsste der Zinsertrag jedoch bei mindestens 1.0 Prozent liegen. Vor zwei Jahren lag der Wert nach bei 2,3 Prozent. Wegen der anhaltend schwachen Preissteigerung befürchten einige Wirtschaftsexperten sogar eine erneute Leitzinsänderung durch die Europäische Zentralbank. Da allerdings der Leitzins seit 2013 bei 0,25 Prozent liegt, ist der zur Verfügung stehende Rahmen sehr begrenzt.

Auch im Ausland werden Zinsen gezahlt

Sicherlich ist in Deutschland der Anreiz zum Sparen bei dem bestehenden Zinsniveau nicht besonders ausgeprägt. Anders sieht es im Ausland aus. Wenn Sie einen Zinssatz von 1,4 oder mehr Prozent anstreben, geht das nur mit einem Blick auf die europäischen und internationalen Zinsangebote. Diesbezüglich bieten die Volks-und Raiffeisenbanken ein sogenanntes „Multicurrency-Konto“ an, bei dem Sie als Privatanleger in 19 verschiedene Währungen investieren können. Hier sind durchaus einige Zinsschnäppchen möglich. So wird zum Beispiel beim Rand rund 3,75 Prozent geboten. Stellt sich die Frage, ob sich ein Tagesgeldkonto überhaupt noch lohnt oder das Geld besser unter dem Kopfkissen aufbewahrt werden sollte.

Fazit:

Viel Geld ist mit dem Tagesgeldkonto auch in Zukunft nicht zu verdienen. Allerdings ist das Tagesgeld immer noch eine bessere Alternative als es auf dem Girokonto zu lassen, wo entweder keine oder fast keine Zinsen bringt. Die wohl schlechtes Art und unproduktivste Art sein Geld zu sparen ist jedenfalls das Kissen.